2010
Martin Spengler – Rauschen
May 29 – July 24, 2010 (solo show)
Relief
Joachim Grommek
March 26 – May 22, 2010 (solo show)
Painting / Sculpture
Lothar Götz
Sarah Nschotschi Haslinger
Christof Mascher
E. S. Mayorga
Kei Takemura
L.G.S.N.H.C.M.E.S.M.K.T.
January 22 – March 20, 2010 (group show)
Painting / Drawing / Object / Installation

2009
Christoph Dettmeier
Rowena Dring
Esra Ersen
Joachim Grommek
Martin Spengler
C.D.R.D.E.E.J.G.M.S.
November 6, 2009 – January 16, 2010 (group show)
Painting / Drawing / Photography / Relief
Christof Mascher – M.Y.O.B.
August 28 – October 24, 2009 (solo show)
Painting / Drawing / Sculpture
E. S. Mayorga – The Fall Of The Good Taste
May 15 – July 11, 2009 (solo show)
Video / Photography / Object / Drawing
Christoph Dettmeier – Private Land
March 13 – May 9, 2009 (solo show)
Photography / Video / Drawing
Kei Takemura – in that moment: where was she?
January 9 – March 7, 2009 (solo show)
Installation / Drawing

2008
Esra Ersen – Perfect. Growing Older (Dis)Gracefully
November 7 – December 31, 2008 (solo show)
Video / Drawing
Rowena Dring – Memory. Skyline and Landscape
August 29 – October 25, 2008 (solo show)
Painting (stitched fabric over canvas) / Photography
Sarah Nschotschi Haslinger – The Afternoon was a Desert in Front of me
June 20 – August 2, 2008 (solo show)
Drawing / Gouache
Lothar Götz – Mit Fritz im Beton Haus
May 3 – June 14, 2008 (solo show)
Mural / Drawing

Martin Spengler
Martin Spengler fertigt aus mehrschichtigem Wellpappenkarton raumgreifende Reliefe an. Ausgehend von fotografischen Vorlagen entstehen architektonische Motive, die Kathedralen und Wohnblöcke frontal, seitlich oder in Untersicht zeigen; ferner Stadtpanoramen aus der Vogelperspektive wie z.B. von Los Angeles, die die urbane Dichte von Mega-Cities eindrücklich vermitteln. Alle Arbeiten, so auch das Laub-Relief, setzen sich aus einer Vielzahl geometrischer Details und ornamentaler Strukturen zusammen. Dadurch, dass die Elemente unterschiedlich tief in den Karton geschnitten und geritzt werden, entsteht eine Tiefenwirkung, die zusätzlich verstärkt wird, indem der Künstler die Oberfläche seiner Arbeiten mit einer weißen, kalkhaltigen Farbe monochrom übermalt, wobei er die Schnittkanten abschließend mit Graphit überzeichnet.

Martin Spengler will exhibit reliefs that consist of a number of layers of corrugated board. Based on photography they depict architectonic motifs such as cathedrals and block of flats (from frontal view or below shot); moreover they show panoramas of cities such as Los Angeles (from the bird’s-eye view), which give an impression of the urban density of mega-cities. All works – including the „leaves“-relief – are composed of a multiplicity of geometric details and ornamental structures. By cutting and scratching to varying depths into the board, Spengler achieves a three-dimensionality which is further enhanced by the artist’s monochrome covering of the surface of his works in a white, lime-containing paint, before drawing over the cut edges in graphite.

Joachim Grommek
Joachim Grommek verweist in seiner Malerei auf Künstler wie Kasimir Malewitsch, Piet Mondrian, Blinky Palermo oder Robert Ryman. Für seine Bilder verwendet er Spanplatten, die er weiß grundiert. Diese Grundierung wird exakt wieder so übermalt, wie die Oberfläche der Spanplatte ursprünglich aussah. Damit beginnt das Spiel zwischen Illusion und Täuschung. Was der Künstler anfangs verdeckte, bringt er als Illusion wieder ans Licht. Täuschend echt werden nun Klebestreifen auf den so bearbeiteten Bildträger gemalt, dass man meint, sie abziehen zu können. Joachim Grommek bearbeitet die Spanplatte solange, bis sie vollkommen in eine geometrisch abstrakte Malerei überführt ist.
In his painting Joachim Grommek refers to artists such as Kasimir Malewitsch, Piet Mondrian, Blinky Palermo or Robert Ryman. He uses plywood panels that he primes. Then he paints the primer over in exact the way how the structure of the plywood formely looked like. The interplay of illusion and deception begins. That what the artist covered first, he brings to light as an illusion. After this step Joachim Grommek paints „adhesive stripes“ that can supposedly be peeled off. He simulates by plan until the grounding becomes the figure, and the geometrically abstract image emerges.

Lothar Götz – Sarah Nschotschi Haslinger – Christof Mascher –
E. S. Mayorga – Kei Takemura
L.G.S.N.H.C.M.E.S.M.K.T.
Lothar Götz (*1963) wird neue Buntstiftzeichnungen aus der Bauhaus-Serie zeigen, die nach Vorlagen von Künstlern wie Josef Albers, El Lissitzky und László Moholy-Nagy entstanden sind. Ferner sind kleinformatige Zeichnungen zu sehen. Alle Arbeiten spielen mit geometrischen Grundformen und einer Vielfalt von Farbintensitäten, die aus einer experimentellen wie intuitiven Praxis entstehen. Zwischen Linie und Farbfeld, Fläche und Raum, zwischen Rationalität und Intuition entspannt sich eine künstlerische Vorstellung, deren ursächlicher Reiz und Essenz die Fantasie ist.
Sarah Nschotschi Haslinger (*1982) zeigt Gouachen und Collagen. Die kompositorische Vielfalt, die zahlreichen, erzählerischen Ebenen in ihren Arbeiten, ihre mystische Mehrdeutigkeit, die in dem Bereich der Phantastik angesiedelt ist, bewirken eine Spannung zwischen dem Möglichen und Unmöglichen. Auffälliges, stets wiederkehrendes stilistisches Merkmal sind die sich überlagernden Physiognomien verschiedener Figuren.
Bilder und Zeichnungen, die mit utopischen Architekturen, mit Facetten des Traums sowie mit dem Phänomen des Phantastischen arbeiten, sind Christof Mascher (*1979) zuzuschreiben. In bühnenhaft gestaffelte, melancholische Landschaften werden leere architektonische Gebilde eingebettet. Einen zentralen Platz in den Kompositionen nehmen skurrile Wesen ein.
In seinen Arbeiten greift E. S. Mayorga (*1975) Motive des Unheimlichen auf. Ausgehend von Edgar Allan Poes Kurzgeschichte „Der Untergang des Hauses Usher“ sind Objekte entstanden, die sich mit dem Haus und seiner abgründigen Stimmung in dieser Geschichte befassen. Schwarze Häuser, über denen dunkle Wolkenmobilee schweben, spiegeln sich in schwarzen Seen aus Öl.
Mit zwei raumgreifenden Installationen aus gazeartigem Stoff und Zeichnungen ist Kei Takemura (*1975) präsent. Der frei vor der Wand schwebende Stoff ist dabei mit japanischer Seide bestickt. In Japan wird diesem Material eine Haltbarkeit von 1000 Jahren nachgesagt. Aus der Erinnerung heraus rekonstruiert die Künstlerin Räume und Interieurs. Dinge, die sie besonders gut erinnert, werden mit Seide ausgearbeitet und auf diese Weise zeitlich fixiert.

Lothar Götz (*1963) will show new coloured-pencil drawings from the series „Bauhaus“ based on works by artists like Josef Albers, El Lissitzky and László Moholy-Nagy. Also on display are A4-size drawings which play with basic geometric forms and a wide variety of colour intensies resulting from an experimental as well as intuitive practice. Between line, colour field, area and space, between rationality and intuition an artistic imagination spreads, the causal attraction and essence of which is fantasy.
Sarah Nschotschi Haslinger (*1982) presents new gouaches and for the first time collages. The compositional variety, the numerous narrative planes in Haslinger’s works, her mystical multiple ambivalence which has its roots in the sphere of fantasy, all bring about a tension between the possible and the impossible. A conspicuous, constantly repeating stylistic feature is the way that the physiognomies of the individual figures overlap.
Paintings and drawings will be presented by Christof Mascher (*1979). His pictorial worlds are characterized by utopian architectures, the facets of dreams and the phenomenon of the fantastical. Empty historical buildings are incorporated into melancholic landscapes composed of horizontal stages. Droll figures occupy an important place in these compositions.
E. S. Mayorga (*1975) takes motifs of the uncanny and the spooky. Based on the short story “The Fall of the House of Usher” by the American writer Edgar Allan Poe, Mayorga has created objects which concern themselves with the house and its mysterious atmosphere in this story. Thus his black domestic houses, above which dark clouds float, are reflected in black lakes of oil.
Two space-filling installations by Kei Takemura (*1975) will be exhibited. The works consist of gauze-like fabric and drawings. The fabric, hanging freely in front of the wall, is embroidered with Japanese silk. In Japan silk is ascribed a lifetime of 1,000 years. The artist uses it to recall spaces and certain objects within these spaces from memory, and to fix them in time.

Christoph Dettmeier – Rowena Dring – Esra Ersen –
Joachim Grommek – Martin Spengler
C.D.R.D.E.E.J.G.M.S.
Von Christoph Dettmeier (*1966) ist eine Auswahl aus seiner Foto-Serie „stalker“ zu sehen. Der Titel bezieht sich auf den gleichnamigen Science-Fiction-Roman der russischen Brüder Strugatzki. Vor dem Hintergrund der “Unorte”-Theorie des französischen Philosophen Marc Augé hat Dettmeier leere, verlassene Industrielandschaften in Berlin fotografiert. Bei diesen Aufnahmen wurden räumliche und architektonische Eigenheiten mit schwarzer Folie so verändert, dass sie eine surreale Wirkung erhalten.
Rowena Dring (*1970) betreibt ein Wechselspiel von Idylledarstellung und ihrer Verneinung. Sie zeigt Landschaftsbilder, die auf der Grundlage eigener fotografischer Vorlagen entstanden sind. Auf den ersten Blick sieht alles wie Malerei aus, doch auf den zweiten erkennt man sofort, dass es sich um genähte Bilder handelt. Die Motive sind auf Flächen und Konturen reduziert und aus einzelnen Baumwollstoffstücken zusammengenäht. Die Naht wird dabei als Zeichnungslinie verwendet, um den Motiven mehr Detailreichtum zu verleihen und den Realitätseffekt zu steigern.
Im Zusammenhang mit ihrer Videoinstallation „Perfect – Growing Older (Dis)Gracefully“ hat Esra Ersen (*1970) die Zeichnung „before & after“ entwickelt. Diese verweist auf das Make over einer alteingesessenen Bewohnerin Liverpools namens Helen, deren äußeres Erscheinungsbild in Analogie zur radikalen Erneuerung der Stadt Liverpool komplett verändert wird. Auffallend an Helen ist ihr weißes, lockiges Haar, das in einer Szene des Videos von hinten aufgenommen wird. Später trägt die Protagonistin eine dunkle Perücke. Ersen hat Helens Haare als Motiv für ihre zweiteilige Arbeit genommen, die aus sich überlagernden Linien besteht und den Zustand vor und nach der Veränderung festhält.
Die Malerei Joachim Grommeks (*1957) ist präzise und zugleich eine raffinierte Illusion, die den Betrachter zunächst in die Irre führt. Er verwendet Spanplatten und bemalt sie mit der Struktur einer Spanplatte. Er arbeitet am Rand wie Robert Ryman oder mit einem Raster wie Piet Mondrian oder Blinky Palermo. Und er malt „Klebestreifen“, die sich scheinbar abziehen lassen. Alles, was man auf Grommeks Bildern sieht, ist im Trompe-l’œil-Effekt GEMALT.
Martin Spengler (*1974) ist mit einem Relief aus mehrschichtigem Wellpappenkarton vertreten. Es stellt einen Wohnblock dar, der sich aus einer Vielen geometrischer Details aufbaut, die Spengler in den Karton unterschiedlich tief hineinschneidet oder -ritzt. Dadurch entsteht eine Tiefenwirkung, die zusätzlich verstärkt wird, indem der Künstler die Oberfläche der Arbeit mit einer weißen, kalkhaltigen Farbe monochrom übermalt, wobei er die Schnittkanten abschließend mit Graphit überzeichnet.

A selection of photographs from the series „stalker“ by Christoph Dettmeier (*1966) will be seen. It refers to the same-titled science fiction novel by the Russian brothers Strugatzki. Based on the theory of non-places by the French philosopher Marc Augé, Dettmeier took photographs of empty, abandoned industrial estates in Berlin. Spatial and architectonic pecularities of these exposures are surreal altered with black film.
Rowena Dring (*1970) is engaged in an interplay of idyll representation and its negation. She shows landscape paintings whose starting point are her own photographs. At first glance everything looks like painting, but upon closer inspection one realizes at once that these pictures are not painted but sewn. The motifs are reduced to areas and contours. These remnants are sewn together from individual cotton fragments by the artist. Dring uses the sewn lines as drawing lines to add more detailed lineament to her motifs. By doing this she intensifies the effect of reality.
In conjunction with her video-installation „Perfect – Growing Older (Dis)Gracefully“ Esra Ersen (*1970) developed the drawing „before & after“. This work refers to the make over of Helen – a long established inhabitant of Liverpool. Her external appearance will be completely changed in the video – on the analogy of the radical renewal of the city of Liverpool. Helen is conspicuous by her white and curly hair that is taped up from behind in one sequence. Later on the protagonist has a dark brown peruke. Ersen used Helen’s hair as a motif for her drawing which consists of overlapped lines and depicts the condition before and after the change.
The painting by Joachim Grommek (*1957) is precise and also a subtle delusion which leads the viewer astray at first. He uses plywood chanels and paints them with the structure of plywood. He works at the edges like Robert Ryman or with a grid like Piet Mondrian or Blinky Palermo. And he paints „adhesive strips“ that can supposedly be peeled off. Everything you can see in Grommek’s pictures is PAINTED.
Martin Spengler (*1974) exhibits a relief that consists of a number of layers of corrugated board. It depicts a block of a flat, composed of a multiplicity of geometric details and ornamental structures which Spengler cuts or scratches to varying depths into the board. The result is a three-dimensionality which is further enhanced by the artist’s monochrome covering of the surface of the work in a white, lime-containing paint, before drawing over the cut edges in graphite.

Christof Mascher – M.Y.O.B.
Christof Maschers Werk umfaßt Malerei, Zeichnung und Skulptur. Seine Bildwelten arbeiten mit utopischen Architekturen, mit Facetten des Traums sowie mit dem Phänomen des Phantastischen. In bühnenhaft gestaffelte, melancholische Landschaften werden leere historische Gebilde eingebettet, bei denen sich orientalische mit abendländischen Bauelementen vermischen. Einen zentralen Platz in Maschers Kompositionen nehmen skurrile Wesen ein. Diese geheimnisvollen Figuren sind naturwissenschaftlich nicht zu identifizieren, verdeutlichen aber, dass die Situation des Phantastischen vor allem dann entsteht, wenn das Andere, das Un- oder Überwirkliche in die Alltagswelt einbricht. Maschers Arbeiten sind Bilder aus dem inneren Labor.

Christof Mascher’s work includes painting, drawing and sculpture. His pictorial worlds are characterized by utopian architectures, the facets of dreams and the phenomenon of the fantastical. Empty historical buildings which combine oriental and occidental elements are incorporated into melancholic landscapes composed of horizontal stages. Droll figures occupy an important place in Mascher’s compositions. These mysterious creatures are not scientifically identifiable, but they make clear that the situation of the fantastical comes about all when the other, the unreal or surreal breaks into the everyday world. Mascher’s works are pictures from the internal laboratory.

E. S. Mayorga – The Fall Of The Good Taste
In der Ausstellung werden fotografische Arbeiten im Verbund mit Video, Objekt und Zeichnung gezeigt. In seinen Werken greift der mexikanische Künstler E.S. Mayorga Motive des Unheimlichen und Gespenstischen auf. Er nimmt sie als visuelle Bausteine und kombiniert sie auf innovative und spannende Weise neu. Ausgehend von der Kurzgeschichte „Der Untergang des Hauses Usher“ des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe sind Arbeiten entstanden, die sich mit dem Haus und seiner abgründigen Stimmung in dieser Geschichte befassen: So spiegeln sich Mayorgas schwarze Hausobjekte, über denen dunkle Wolken schweben, in schwarzen Seen. Seine gezeichneten Häuser verwandeln sich, lösen sich auf oder nehmen animalische Formen an und seine s/w Fotografien zeigen leere, in Wasser gespiegelte Häuser. Die Begegnung mit dem Unheimlichen ist allgegenwärtig, vor allem im Video „The Murderer From La Esmeralda“, das vorgibt, eine Fernsehsendung zu sein.

Photography, video, object and drawing will be shown. The Mexican artist E.S. Mayorga takes motifs of the uncanny and the spooky as visual building-blocks and combines them in innovative and exciting ways. Based on the short story “The Fall of the House of Usher” by the American writer Edgar Allan Poe, Mayorga has created works which concern themselves with the house and its mysterious atmosphere in this story. Thus his black domestic houses, above which dark clouds float, are reflected in black lakes. His drawings of houses are transformed, they dissolve, or assume animal forms, and his b/w photographs depict empty houses reflected in the water. The encounter with the uncanny is omnipresent, especially in the video “The Murderer From La Esmeralda”, that pretends to be a television programme.

Christoph Dettmeier – Private Land
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Fotografie und Video. Aus der Serie „Private Land“ ist eine Auswahl von Fotografien zu sehen, die leere Landschaften, vor allem Industrieareale in Detroit, Berlin und dem Ruhrgebiet zeigen. Sie besitzen eine eigene, brüchige Atmosphäre und bezeichnen zeitlose Unorte. An ihnen scheint ein Zeitfenster zwischen dem bereits Vergangenen, das noch sichtbar und spürbar ist, und etwas Neuem, das sich ankündigt, aufzugehen und die so umgebene Realität aufzuheben. Dieser Moment des Surrealen ermöglicht dem Künstler, über die Grenzen der Dokumentation hinauszugehen. Im Video „They’re hanging me tonight“ werden diese Fotografien mittels Diaprojektion wieder Teil einer großen mythisch aufgeladenen Landschaft. Ferner zeigt Christoph Dettmeier seine Serie „Stalker“. Dabei handelt es sich um s/w Fotografien, in denen die Landschaft mit schwarzer Folie geheimnisvoll verändert sind.

The exhibition focuses on photography and video works. A selection of photographs from the series “Private Land” can be seen, depicting empty landscapes, in particular industrial estates in Detroit, Berlin and the Ruhr. They have a friable atmosphere all of their own, and come across as being timeless non-places. They seem to open up a time-window between the already past, the still visible and something yet to come and thus to do away with reality. This element of the surreal enables the artist to transcend the boundaries of documentation. In the video “They’re hanging me tonight” these photographs, projected as slides, become a part once more of a great mythically charged landscape. In addition, Christoph Dettmeier is exhibiting his series “Stalker” – b/w photographs in which the landscape is mysteriously altered with black film.

Kei Takemura – in that moment: where was she?
Schwerpunkt der Ausstellung bilden raumgreifende Installationen, die aus gazeartigem Stoff und Zeichnungen bestehen. Der frei vor der Wand schwebende Stoff ist dabei mit japanischer Seide bestickt. Der Seide kommt in Takemuras Werk eine essentielle Rolle zu, denn in Japan wird ihr eine Haltbarkeit von 1000 Jahren zugeschrieben. Der Künstlerin dient sie dazu, Räume und bestimmte sich darin befindliche Gegenstände aus der Erinnerung wieder aufscheinen zu lassen und sie zeitlich festzuhalten. Damit arbeitet Takemura sensibel mit dem Motiv der Vergänglichkeit. Darüber hinaus wird eine Serie kleinformatiger Aquarellzeichnungen gezeigt, die das Leben der Person N.N. in Berlin in einzelnen, erzählerischen Momentaufnahmen wie ein Filmskript widerspiegeln.

The exhibition focuses on space-filling installations consisting of gauze-like fabric and drawings. The fabric, hanging freely in front of the wall, is embroidered with Japanese silk. Silk plays an essential role in Takemura’s work, because in Japan it is ascribed a lifetime of 1,000 years. The artist uses it to recall spaces and certain objects within these spaces from memory, and to fix them in time. Takemura works sensitively with the motif of transience. In addition, she is exhibiting a series of small watercolours, which reflect the life of a nameless person in Berlin in individual narrative snapshots, as in a film script.

Esra Ersen – Perfect. Growing Older (Dis)Gracefully
In der Ausstellung wird die türkische Künstlerin Esra Ersen ihre Videoinstallation „Perfect – Growing Older (Dis)Gracefully“ zeigen. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht Helen, eine ältere Dame aus Liverpool, die sich einem Wandel ihres äußeren Erscheinungsbildes unterzieht. Schritt für Schritt kann der Betrachter die Veränderungen verfolgen: angefangen beim jugendlichen Make-up bis zur altersuntypischen Kleidung und den High-Heels. Am Ende des Videos erscheint die Protagonistin als eine Frau, die sich mittels kosmetischer Eingriffe optisch verjüngen ließ, sich aber selbst treu geblieben ist.
Diese oberflächliche Veränderung an Helen wählte Esra Ersen als Metapher für die Stadt Liverpool. 2006, als das Video entstand, befand sich die Stadt in einer radikalen Erneuerung im Zuge der Ernennung als europäische Kulturhauptstadt. Die Umgestaltungen sollten ein neues Liverpool präsentieren und damit eine neue Identität stiften. Doch ähnlich wie bei Helen wurde lediglich die Fassade verschönert, aber keine grundlegende Veränderung vollzogen.

In this exhibition the Turkish artist Esra Ersen will show her video-installation “Perfect – Growing Older (Dis)Gracefully”. This work focuses on Helen, an elderly lady from Liverpool, who is undergoing a transformation in her external appearance. Step by step, the beholder can follow the changes, starting with youthful make-up, and going on to clothing and high heels not typical of one her age. At the end of the video the protagonist appears as a woman who has undergone a visual rejuvenation by means of cosmetic surgery, while remaining true to herself.
Esra Ersen has chosen this superficial alteration in Helen’s appearance as a metaphor for the city of Liverpool. In 2006, when the video was made, the city was in the middle of a radical renewal in the context of its nomination as European Capital of Culture. The makeover was intended to present a new Liverpool and thus create a new identity. But like Helen, only the façade was beautified: no fundamental changes were brought about.

Rowena Dring – Skyline. Landscape and Memory
Rowena Dring betreibt ein Wechselspiel von Idylledarstellung und Idylleverneinung. Ausgangspunkt ihrer Landschaftsbilder sind selbst gefertigte Fotografien. Auf den ersten Blick sieht bei Dring alles wie Malerei aus, doch beim zweiten erkennt man sofort, dass es sich keineswegs um gemalte Bilder handelt, sondern um genähte. Die Motive sind auf Flächen und Konturen reduziert und aus Baumwolleinzelfragmenten zusammengenäht. Die Naht wird dabei nicht nur als einfassende Linie verwendet, sondern auch als Zeichnungslinie, um den Motiven mehr Detailreichtum zuzufügen. Dadurch steigert Dring den Realitätseffekt. Ihre Idyllen sind bei allem Detailreichtum stets nur leere Oberflächen einer idealisierten Natur.
Neben ihren Bildern stellt die britische Künstlerin erstmalig auch Fotografien aus. Im Mittelpunkt dieser Arbeiten stehen die Geisterstädte aus Arizona, die nicht als Dokumentation verlassener Orte dienen, sondern den Geist einer brüchigen Romantik und Mystik aufnehmen.

Rowena Dring is engaged in an interplay of idyll representation and idyll negation. At first glance everything in her work looks like painting, but upon closer inspection one realizes at once that these pictures are not painted but sewn. Dring uses photographs she takes on her many journeys. The motifs of landscapes are reduced to areas and contours. These remnants are sewn together from individual cotton fragments by the artist. Dring uses the sewn lines as drawing lines to add more richness of detail and more detailed lineament to her motifs. By doing this she intensifies the effect of reality. For all richness of detail, Dring’s idylls are never anything but the empty surface of an idealized nature.
Aside from her painting, the photographs of the British artist will be exhibited for the first time. In their core are the ghost towns of Arizona, which do not serve as a documentation of abandoned places, but take up the theme of a brittle romanticism and mysticism.

Sarah Nschotschi Haslinger – The Afternoon was a Desert in Front of me
Sarah Nschotschi Haslingers Werk umfaßt Blei- und Buntstiftzeichnungen sowie Gouachen und Aquarelle. Hieraus wird eine Auswahl von 14 Werken zu sehen sein. Die kompositorische Vielfalt, die zahlreichen, erzählerischen Ebenen in ihren Arbeiten, ihre mystische Mehrdeutigkeit, die in dem Bereich der Phantastik angesiedelt ist, bewirken eine Spannung zwischen dem Möglichen und Unmöglichen. Auffälliges, stets wiederkehrendes stilistisches Merkmal sind die sich überlagernden Physiognomien verschiedener Gestalten und Mischwesen. Eben diese Überlagerungen vergleicht die Künstlerin mit einzelnen übermalten Motivschichten von Gemälden Alter Meister, die erst durch Röntgenaufnahmen wieder sichtbar gemacht werden können. Die Begierde nach dem Verborgenen ist für Haslinger eine innere Notwendigkeit.

Sarah Nschotschi Haslinger’s work includes drawings not only in graphite and coloured-pencil but also in gouache and Indian ink. A selection of 14 of these works is on show here. The compositional variety, the numerous narrative planes in Haslinger’s works, her mystical multiple ambivalence which has its roots in the sphere of fantasy, all bring about a tension between the possible and the impossible. A conspicuous, constantly repeating stylistic feature is the way that the physiognomies of the individual figures and hybrid beings overlap. It is precisely these overlaps which the artist compares with individual overpainted motif layers in the paintings of the Old Masters which are only revealed by X-rays. The desire for the hidden is for Haslinger an inner necessity.

Lothar Götz – Mit Fritz im Beton Haus
Für die erste Ausstellung in der neueröffneten Galerie wird der deutsche Künstler Lothar Götz eigens eine raumgreifende Wandarbeit realisieren, als deren Grundlage eine Zeichnung von Josef Albers dient. Ferner werden Buntstiftzeichnungen aus der Bauhaus-Serie sowie DIN A4-Zeichnungen, die auf Grundrisse und Bauten des Schweizer Architekten Mario Botta Bezug nehmen, gezeigt. Alle Zeichnungen spielen mit geometrischen Grundformen und einer Vielfalt von Farbintensitäten, die aus einer experimentellen wie intuitiven Praxis entstehen. Zwischen Linie und Farbfeld, Fläche und Raum, zwischen Rationalität und Intuition entspannt sich eine künstlerische Vorstellung, deren ursächlicher Reiz und Essenz die Fantasie ist. Götz’ Arbeiten sind durch eine hohe Affinität zur Architektur gekennzeichnet. Eigentümliche Raummerkmale und architektonische Konstruktionen werden aufgenommen und ihre geometrischen Prinzipien durch eine intensive Farbgebung verstärkt.

For the first exhibition in the newly opened gallery the German artist Lothar Götz will present a specially created room-filling mural based on a drawing by Josef Albers. Also on display will be coloured-pencil drawings from the Bauhaus series and A 4-size drawings making reference to the plans of the Swiss architect Mario Botta. All drawings play with basic geometric forms and a wide variety of colour intensies resulting from an experimental as well as intuitive practice. Between line, colour field, area and space, between rationality and intuition an artistic imagination spreads, the causal attraction and essence of which is fantasy. Götz’s works bear the mark of a close affinity to architecture. Peculiar spatial characteristics and architectonic constructions are taken in and enhanced by an intense colouring based on geometrical principles.
